Sie sind hier:  Jugendsportfest
Celtic Glasgow

Der Auftritt von Celtic Glasgow vor zwei Jahren war beeindruckend. Sowohl auf, wie auch neben dem Spielfeld. Hatten die Schotten eine Pause, dann waren die Jungs von der Insel locker, lässig - und immer freundlich. Jeder hatte ein Lächeln auf den Lippen, sprach mit Kollegen aus anderen Teams, plauderte mit Zuschauern - hatte immer Zeit.
Doch sobald einer aus dem Trainerteam den Arm hob, ging ein Ruck durch die Nachwuchstalente von Celtic Glasgow. Alle sprangen auf und rannten zum Coach, der sofort mit der Vorbereitung auf eine Begegnung begann, oder irgendwelche Informationen weitergab. Mit allergrößter Disziplin wurde dann gearbeitet. In der Vorbereitung und in den Spielen. Überrascht haben die Schotten, dass sie nicht ihr „Kick and rush“-System zeigten, sondern technisch und taktisch interessanten Fußball boten.
Da es ihnen auf der Essel so gut gefiel, baten sie sofort nach Turnierende um eine weitere Einladung. Im vergangenen Jahr meldeten sie sich dann beim FVH Hörden, fragten nach, wann denn das tolle Turnier stattfinden würde. Man war bei Celtic der Ansicht, dass der FVH jährlich solch ein Treffen für die Fußballjugend Europas initiieren würde. Nach der kleinen Enttäuschung durch den Hinweis auf den zweijährigen Rhythmus bat man schnell um definitive Berücksichtigung - was die Verantwortlichen des FVH gerne bestätigten.
Die Schotten sind wieder die großen Unbekannten des Turniers. Gespannt darf man drauf sein, wie sich die Briten gegen die US-Auswahl und den SV Waldhof Mannheim, sowie den FC St. Pauli aus der Affäre ziehen werden. Gegen die SG Hörden sind die Schotten haushoher Favorit.
Das Reservoir an talentierten Jugendlichen ist in der schottischen Metropole schier unerschöpflich, trotz der enormen Konkurrenz des Ortsrivalen Glasgow Rangers. Dem Kader der Schotten gehört ein halbes Dutzend Spieler an, die schon in die U14 bis U17 Auswahlen ihres Landes berufen wurden.
Glasgow ist die erste Mannschaft von der britischen Insel, die auf der Essel in Hörden antrat. Bisher kamen die internationalen Teams meist aus Nachbarländern (Schweiz, Holland) oder dem Süden Europas, wie zum Beispiel Spanien oder gar den USA. Die Fußballfans im Murgtal dürfen sich auf einen Leckerbissen freuen, denn der Talentschuppen von Celtic gewann in den zurückliegenden Jahren nationale Titel am Fließband.
Die Grün-Weißen hegen und pflegen ihre Jugendspieler. Mit Erfolg, denn die Jugendabteilung Celtics ist in Schottland führend. Der Erfolg wird seit Jahren durch ein vereinseigenes Internat gewährleistet. Dorthin kommen jährlich ungefähr 10 bis 15 Jugendliche, die den Beruf des Fußballprofis erlernen - neben einer weiteren schulischen Ausbildung.
Ein Kuriosum im Internat: Jeder Jugendfußballer wird einem Profi zugeteilt, dem hat er zu „dienen.“ Soll heißen. Für einen aus dem Profikader muss der Junge Schuhe putzen, Trikots richten und Kleinigkeiten besorgen - wie eine Tasse Kaffe oder eine Zeitung. Dafür nimmt sich der Profi auch immer wieder die Zeit, um seinem Schützling ein paar Tricks zu verraten oder gemeinsam mit ihm zu trainieren.
Täglich wird meist zweimal trainiert, um die britischen Tugenden zu stärken. Und die sind allen Fußballfans hinlänglich bekannt: Einsatz über alles, kein Ball wird verloren gegeben. Verbessert wird bei jeder Übungseinheit das Kopfballspiel - eine Stärke der Schotten. In Sachen Taktik ist die Viererkette in der Abwehr schon seit Jahrzehnten das gängige Defensivsystem.