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AB Kopenhagen

Seit 22 Jahren ist Jonny Nielsen Trainer bei AB Kopenhagen. Daher kann sich der hauptamtliche Coach (59), der auch viele Jahre als Chefspäher aktiv war, ein Scherzchen erlauben. "Ich erzähle den Leuten immer gerne, dass AB mein Club ist." Kann er auch, denn die Erfolge des Vereines im Jugendbereich, der 18 Kilometer vor den Toren von Kopenhagen zu hause ist, sind mehr als beachtenswert.

"Von der Mannschaft, die in der vergangenen Saison im Juniorenbereich spielte, sind inzwischen drei Spieler in der ersten Profimannschaft," erzählt Nielsen, der sich am Telefon immer nur kurz und bündig mit "Jonny" meldet, voller Stolz. "Unser Team aus der vergangenen Saison war sehr, sehr stark - unsere Mannschaft, die in Hörden antritt wird stark sein." Nielsen erklärt seine Fußballphilosophie. "Die Nummer eins ist: Guten Fußball spielen, die Nummer zwei: Gewinnen."

Zum Trainingsauftakt am 16. Juli 2001 bei AB standen Nielsen 18 Spieler zur Verfügung. "Aber ein Jugendnationalspieler aus Norwegen soll noch zum Probetraining kommen," verriet er im Gespräch. Von seinen 18 Akteuren haben bereits jetzt neun Spieler einen Profivertrag in der Tasche, der sie dazu berechtigt im Anschluss an die Jugendzeit in einer der beiden Profimann-schaften von AB zu spielen. Dafür ackern sie in sechs Trainingseinheiten wöchentlich bei AB. "Unsere Stärke ist der technisch starke, der schnelle Kombinationsfußball. Auf dem kämpferischen Sektor sind wir noch steigerungsfähig," lautet Nielsens Analyse.

Dieses "AB" steht übrigens für "Akademisk Boldklub". Der Verein wurde 1889 gegründet. Bekannt sein dürften ehemalige Fußball-Stars wie Knud Lundberg, Poul Petersen und Flem-ming Nielsen, allesamt Nationalspieler von AB. Der Club war neun Mal dänischer Meister - zuletzt allerdings 1967. Erst kürzlich, 1999, konnte man den dänischen Pokal gewinnen. Seit 1998 ist AB eine Aktiengesellschaft, die in Kopenhagen an der Börse notiert wird. Das Ziel des Clubs ist es, jedes Jahr den UEFA-Cup erreichen - und zwar mit spektakulärem Fußball. Dafür wird auch eine hervorragende Jugendarbeit betrieben. Immer wieder schaffen Nachwuchsspieler den Sprung ins Profiteam.

Die besten Chancen auf einen Stammplatz in der ersten Mannschaft haben drei der Spieler, die auch "auf der Essel" antreten werden. Thomas Christensen, ein 17-jähriger, der im zentralen Abwehrbereich spielt und zur U16 Dänemarks zählt. Auf der rechten Seite zeigt Nicolai Melchiorsen immer wieder gute und durchdachte Aktionen. Auch er ist Stammspieler in der U16 Nationalelf. Zur U17 gehört Andreas Alding, ein hoffnungsvoller Mittelfeldspieler. Zu Turnierfavoriten will Nielsen nichts sagen. "Ich kenne nicht alle Teams so gut, dass ich mich festlegen könnte. Wir wollen gut so spielen die anderen bestimmt auch - warten wir es einfach ab," zeigt er Zurückhaltung und Gelassenheit.