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KSC

Der Jugendchef des Karlsruher SC, Marco Pezzaiuoli, windet sich. Er will keine klare Aussage machen. "Eine Prognose über unser Abschneiden? Nein, das kann ich nicht," so der Trainer, der beim KSC in der vergangenen Saison auf fast unmenschlich vielen Posten eingesetzt wurde. Erst Jugendtrainer, dann wurde er Jugendkoordinator, "nebenbei" war er noch Assistenztrainer beim Regionalligateam von Coach Stefan Kuntz - und zu guter Letzt "durfte" Pezzaiuoli noch das Oberligateam der Badener, mit dem Ex-Hördener Brüderpaar Eller als Stammspieler, be-treuen und vor dem Abstieg retten.
Jetzt konzentriert er sich auf die Aufgabe in der Jugend und das Amt des Cotrainers beim Zweitligateam. "Wir werden in Hörden mit einer ausgeglichenen Mannschaft antreten. Drei Viertel des Teams gehören dem älteren A-Jugendjahrgang an, der Rest ist jünger. Wir wollen mitspielen und schauen was herauskommt", so Pezzaiuoli, der ansonsten so gut wie nie in die Arbeit des A-Jugendtrainers Harry Ciescholka hineinredet. "Er ist verantwortlich", meint Pezzaiuoli lapidar.
Als er hört, dass sein Vorgänger als KSC-Jugendboss, Andreas Bergmann, inzwischen beim FC St. Pauli, den KSC zum Mitfavoriten kürt, wehrt er sofort ab. "Wir wurden Achter in der Regionalliga, da kann man nicht Favorit sein. Aber für unsere Spieler ist dieses Turnier wichtig und ein enormer Anreiz. Sie können sich mit internationalen Mannschaften messen und werden zu einem wichtigen Zeitpunkt der Vor-bereitung auf die kommende Saison absolut gefordert," siedelt "Pezza", wie ihn seine Spieler scherzhaft nennen, den Stellenwert des Juniorencups "auf der Essel" hoch an.
Die Stärke des KSC-Nachwuchsteams ist die Ausgeglichenheit, auch wenn einige kommende Stars, wie es beim KSC schon gute Tradition ist, wieder in Hörden auflaufen werden.
Sollte der Ghanaer Nathaniel Lamptey dabei sein, wäre er sicherlich eine Attraktion - als technisch bereits nahezu perfek-ter Mittelfeldspieler. Doch der U17 Nationalspieler aus Ghana weilt mit dem Zweitligateam im Trainingslager und macht sich Hoffnungen, auch schon als Jugendspieler im Profibereich zum Einsatz zu kommen, die Oberliga ist ihm bereits sicher. Wenige Neuzugänge verpflichteten die Karlsruher, denn die vorhan-dene Mannschaft hat das Vertrauen der Verantwortlichen. Besonders stark: Abwehrchef Westenhöfer, der zur U19 DFB-Nationalelf gehört. Im Kader der U19 sind Spielmacher Brechtel und Angreifer Schneider. Stammspieler in Georgiens Juniorennationalelf ist der Stürmer Irakli.
Ein weiterer interessanter KSC-Jugendspieler ist Mittelfeld-mann Reichert, der auf dem Sprung in ein DFB-Auswahlteam ist. Auch der Russe Ivan Saenko und Ayhan Cetin, der kleine Bruder von Zweitligaprofi Aydin, sind immer für ein Kabinettstückchen gut und könnten für Furore sorgen.
Für Pezzaiuoli hat sich der Jugendfußball in den vergangenen Jahren in Deutschland positiv entwickelt, der Abstand zu Ländern wie Frankreich oder Italien sei geringer geworden. Vor allem auf taktischem Gebiet. "Im Jugendbereich herrscht noch immer mehr Mut zum Risiko vor. Obwohl gerade im taktischen Bereich Fortschritte gemacht wurden, ist noch immer mehr Unbekümmertheit als im Seniorenbereich im Spiel," erklärt Pezzaiuoli, der "natürlich mit offenen Augen das Turnier verfolgen wird." Soll heißen: Man schaut sich die gegnerischen Teams und Einzelspieler genauer an - vielleicht ist einer für das eigene Profiteam dabei. Zuletzt war das ja der Fall. Carlo Espinosa spielte für die USA und wurde, allerdings erst fast ein Jahr später, vom KSC verpflichtet.
Verpflichtet wäre jetzt ein Hördener Eigengewächs worden: Stefan Schottmüller, der hochtalentierte Torhüter. "Stefan hat im Probetraining absolut überzeugt, wir hätten ihn all zu gerne in den Wildpark geholt," bekennt Pezzaiuoli. "Ein sehr talen-tierter Junge mit optimalen körperlichen Voraussetzungen," fährt der Jugendchef fort, "aber leider hat er sich schwer verletzt. Wir haben Stefan immer wieder Genesungswünsche übermittelt und wünschen ihm auch auf diesem Weg alles Gute und baldige Fitness."