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SG Hörden

Mit dem Spielführer der SG Hörden, Andreas Leier, führten wir folgendes Interview:

Andreas, stelle dich bitte kurz vor.
Tja, ich heiße Andreas Leier und wurde 1982 geboren, komme also jetzt aus der A-Jugend. Schon seit meinem achten Lebensjahr kicke ich in meinem Heimatverein, dem FV Hörden und bin in den letzten vier Jahren auch Spielführer meiner Mannschaft gewesen. Ich bin also ein waschechter Hördener.

Was bedeutet für dich dieses Turnier?
Es ist das absolute Highlight, das Größte in meiner Jugend. Nicht nur ich, jeder von uns fiebert auf diesen Moment hin, seit er Fußball spielt. Wer hat schon die Möglichkeit gegen solche Fußballmannschaften zu spielen? Ich habe schon vor zwei Jahren, damals als einer der jüngsten Teilnehmer, diese Gelegenheit genossen - das ist ein einmaliges, unbeschreibliches Gefühl. Das Turnier ist bestens organisiert und mein größter sportlicher Traum geht in Erfüllung: Die Spiele gegen die USA-Auswahl und Celtic Glasgow.

Celtic Glasgow - was fällt die zu dieser Mannschaft ein, sie war schon vor zwei Jahren euer Gegner?
Einfach toll. Schon beim letzten Turnier waren sie eines der spielstärksten Teams, vielleicht sogar die Besten. Gespickt mit vielen Nationalspielern traten sie an. Beeindruckt hat mich ihre Disziplin - innerhalb und außerhalb des Spielfeldes. Sie spielten äußerst fair und waren uns gegenüber keinesfalls überheblich, was mir persönlich ganz besonders imponierte.

Die Auswahl der USA?
Wahnsinn, die reisen Tausende von Kilometern und ich habe die Möglichkeit gegen die Amerikaner zu spielen. Für mich sind sie der interessanteste Gast, vielleicht das am besten besetzte Team. Auf diese Begegnung freue ich mich ganz besonders. Ein sportlicher Traum geht in Erfüllung. Es ist nur schade, dass zu den Spitzenteams für uns "kleine" Hördener zu wenig persönlicher Kontakt entsteht.

Und nun wieder zurück zum Alltagsgeschäft, der Vorbereitungszeit.
Das jetzige Training macht mir sehr viel Spaß, weil wir Hördener gemeinsam mit guten Spielern aus den Nachbarvereinen zusammenarbeiten. Wir sind dadurch immer mehr als 16 Spieler, jeder will dabei sein und das Training ist deshalb anstrengend und verlangt uns alles ab, aber gerade dadurch natürlich auch interessant. Mit den Verstärkungen, die größtenteils vom SV Kuppenheim kommen, verbessern sich eben unsere gesamte Spielweise und den Spielfluss. Im Turnier selbst wird man den Unterschied zwischen den Jugendligaspielern und uns Murgtälern nicht mehr so sehen, weil jeder sein Bestes geben wird.

Andreas, deine sportlichen Ziele?
Natürlich will ich gut spielen - eventuell den einen oder anderen großen Namen ärgern. Ein Unentschieden gegen solch einen Verein wäre ein Riesenerfolg. Mag sein, dass es uns gelingt, weil die "Großen" uns einmal unterschätzen und wir können ein super Ergebnis erreichen.

Was bedeutet der FV Hörden für dich?
Wie zu Anfang gesagt, für mich macht er einen Traum wahr. Das hat mich persönlich dazu bewogen weiterhin zu trainieren und meine Kickstiefel nach der Jugendzeit nun doch nicht an den Nagel zu hängen. Beim FVH haben wir einen guten Zusammenhalt, ich bin gerne mit meinen Kumpels zusammen, bin aktiv und hänge nicht rum. Das ist wichtig für mich und bringt mir viel.

Deine Spielweise, deine Stärken?
Das kann unser Trainer besser beantworten. Wahrscheinlich spiele ich Manndecker, da fühle ich mich stark. Obwohl ich beim FV Hörden bisher im defensiven Mittelfeld eingesetzt wurde. Aber fragen sie den Trainer.

Neben uns steht inzwischen Stefan Schottmüller mit betrübter Miene. Der Sohn des Turnierorganisators und ein großes Torwarttalent ist verletzt. Vor vier Monaten hat er sich im Spiel in Freiburg kurz vor Ende den Unterarm gebrochen, Elle und Speiche. "Eine komplizierte Geschichte, ich will endlich mal wieder einen Ball fangen. Schade - Pech, es soll wohl nicht sein, dass auch ich einmal dieses Turnier spielen kann."
Wahrscheinlich bekommt er allerdings noch andere Möglichkeiten gegen die Großen anzutreten, denn der KSC hat bereits mehrmals starkes Interesse bekundet und wartet den Heilungsprozess ab.

Die Gespräche werden vom 38-jährigen Trainer der SG Hörden, Mario Altmann, aufmerksam beobachtet. Er selbst war bis 1991 aktiv, bis ihn eine Verletzung zwang das Fußballspielen aufzugeben. Danach war seine erste Trainerstation die Jugend des FVH. "Da ich ja gerade neben dem "Esselstadion" wohne, liegt es nahe hier auch zu trainieren. Seit 2000 habe ich nun auch meinen Trainerschein und werde beim A-Jugendtraining von meinem Co-Trainer Bernd Seeger sowie dem Betreuer Sven Anselm tatkräftig unterstützt."

Unterstützt wird auch die Mannschaft des FV Hörden mit Spielern aus der Jugendligamannschaft des SV 08 Kuppenheim sowie des FC Obertsrot, des FV Rotenfels und des SV Forbach. "Mit diesen Verstärkungen sind wir sicher in der Lage gute Ergebnisse zu erzielen," hofft Mario Altmann, "dabei wird uns die Spielzeit von 2 x 20 Minuten auch entgegenkommen. Wir zeichnen beim Turnier auch den besten einheimischen Spieler aus, als kleine Zugabe für unsere Jungs."

Einen Wunsch hegt er noch: "Langfristig wäre für uns der Aufstieg in die Verbandsstaffel wünschenswert. Das lässt sich natürlich nur verwirklichen, wenn wir gemeinsam mit unseren Nachbarvereinen die Talentförderung konzentrieren."